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In den Arm nehmen

Ein kleines bisschen, wir zu zweit im Kino, ein Stück weit entfernt, der Abstand ist so gering, wenig Regung von ihm, kein Anzeichen, alles scheint so fern, ich möchte ihn in den Arm nehmen, möchte ihm nahe sein, näher als nebeneinander, möchte ihn drücken, umarmen, seinen Kopf an meinem spüren, wissen, dass er da ist, genau das machen, was ich möchte, nicht das, um mich vermeintlich zurückzuhalten, am Ende auf seine Frage, ob man sich sicher sein kann, dass man alles richtig macht, wusste ich nicht wirklich bescheid, nur eins wusste ich, ich habe es falsch gemacht, ich wollte ihn drücken, habe es nicht probiert, genau andersherum gehandelt, ihm auf der Rückfahrt falsches gesagt, zwei SMS hinterhergeschickt, bereue sie, weiß nicht, wieso ich immer falsch handel, immer, wenn ich so nahe bei ihm bin, versuche ich richtig zu handeln, aber es geschieht genau das Gegenteil, faszinierend oft, warum, wieso, weshalb, vielleicht, ich weiß es nicht, sollte ich mehr handeln wie es mir in den Kopf kommt, mir sicher sein, dass es nicht das ist, was ich machen sollte, sondern das ist, was ich machen möchte.

Die Tage mehr über seine Worte vom Donnerstag, der Stress hat mich aufgefressen, es tut mir leid.
5.2.08 23:55


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Funkstille

Nach dem Abend im Kino, wurde ich am nächsten Tag von ihm im Hörsaal mit einer Umarmung begrüßt. Wir wechselten ansonsten kein Wort. Am Donnerstag sprach ich mit ihm als wir gemeinsam zu seinem Spind gingen, es fiel kein Wort über den letzten Abend. Am Freitag sprachen wir nicht miteinander, im Inneren bekam ich den Eindruck, dass er ganz gezielt keinen Kontakt suchte.

Am Montag sah ich ihn wieder, wieder eine kurze Umarmung, aber danach wechselten wir erneut kein Wort miteinander, was nur im entfernsten an ein wirkliches Gespräch erinnern würde. Später saß ich mit Freunden in der Mensa am Tisch, wir aßen, fast alle Plätze am Tisch waren belegt, mein Platz ließ mich die Kassen überblicken, wo er stand und mitsamt seinem Tablett keinen Weg einschlug, wartete. Seine Augen vernahmen uns am Tisch, er setzte sich in Bewegung und griff nach einem Stuhl, er hatte seine Gruppe verloren, ob er mit uns essen darf. Keiner hat es ihm verboten, ich machte Witze, er lachte, er machte Witze, ich lachte, ein neutrales wirkendes Gespräch im Beisein vieler Freunde.

Später standen wir auf, ließen ihn mit einigen anderen zurück, da sich unser Nachmittagsprogramm unterschied. Und seitdem herrschte Funkstille, eigentlich herrschte die ganze Zeit Funkstille, mal abgesehen von den kurzen Informationshappen, die wir ausgetauscht hatten. In mir wuchs das Gefühl, dass dies so gewollt war, immer noch von ihm gewollt ist.

Bis zum Donnerstag Morgen, wo ich sichtlich erstaunt war über ihn.
28.1.08 00:54


Keinohrhasen

Am Dienstag beschloss ich mit ein paar guten Freunden ins Kino zu gehen, wir wollten uns "Keinohrhasen" anschauen, bereits lang geplant, aber aufgrund von Zeitmangel nicht umsetzbar gewesen. Bevor ich ihn fragte, holte ich mir die Erlaubnis ein, damit niemand überrascht gewesen wäre, dass noch ein Begleiter dabei ist.

Während der Vorlesungen schien er mir keine Beachtung zu schenken, er saß wie so oft bei einer gemeinsamen Freundin, unterhielt sich angeregt mit ihr, legten ihre Köpfe auf die Tische im Hörsaal, sahen sich fasziniert an. In meinem Kopf spukte der Gedanke umher, er würde ihr von mir erzählen, ihr berichten, was am letzten Tag passiert ist, mein Verhalten ihm gegenüber ihr erklären. Die Köpfe hoben sich, sie schrieben wieder mit, waren weniger vertieft, mehr an der Vorlesung interessiert.

In einer Pause ging ich zu ihm, besser gesagt, ich unterhielt mich mit ihr, brachte als Thema die Studiengebühren an, sprach lange Zeit angeregt mit ihr. Kurz vor Ende der Unterbrechung warf ich es ihm an den Kopf, ob er mitkommen möchte ins Kino, um "Keinohrhasen" zu schauen, nicht allein mit mir, er solle es sich bitte überlegen. Die Sekunden waren um, ich musste zu meinem Platz zurück, sprintete einmal über die Bühne des Profs und wartete die letzte Vorlesung ab.

Später, am Ende der Vorlesung, packte ich eifrig meine Sachen in meine Tasche, eilte zur anderen Seite des Hörsaals, um von ihm eine Entscheidung zu bekommen. Er war sich nicht sicher, mag er doch Filme mit Til Schweiger generell nicht. Die Leute in seiner Reihe stimmten ihm zu, er solle es sich überlegen, der Film sei wunderschön, unabhängig von Til Schweiger solle man sich ihn anschauen. Er zweifelte, schüttelte eher den Kopf, war sich nicht sicher. Unsere gemeinsame Freundin unterstützte mich nochmal, dass er es probieren soll, Unterhaltung pur.

Mir war es zu viel, nach zwei Minuten zweifeln seinerseits, ging ich mit den Worten, falls er kein Interesse habe, darf er es ruhig sagen. In der Mensa sah ich ihn noch an der Kasse, er verschwand an einen anderen Tisch, ich konnte ihn aber weiterhin beobachten.

Meine Stimmung, durch den obrigen Vorfall leicht geknickt, besserte sich nachmittags auch nicht in einem Seminar, ich hatte danach nur noch wenig Lust mit meinen Freunden ins Kino zu gehen, saß allein in der Uni mit einem Kaffee und rief eine Freundin an, denn ich hatte am späten Nachmittag noch eine Veranstaltung. Bei ihr konnte ich mein Leid über das misslungene Seminar loswerden, von ihm und seiner Unentschlossenheit erzählen, meine angestauten Gedanken bis dahin rauslassen. Im Rausch des Berichtens bemerkte ich erst nach dem Telefonat, dass ich eine SMS bekommen hatte, natürlich von ihm, wie passend: Hey, auch wenn ich Til Schweiger überhaupt nicht mag, würde ich doch noch gerne mitkommen. Wann muss ich denn wo sein? Also, wenn das noch geht. Nun war ich total überrumpelt, meint er das ernst, will er jetzt nur mitkommen, weil ich vorhin so unfreundlich reagiert habe? Ich rief meine Freundin zurück, klärte alles wegen des Kinos ab und schrieb ihm eine Antwort, bis er mich anrief und nochmal fragte. Ich schlug ihm vor, dass wir uns abends kurz nach acht Uhr treffen können, was er bejahte.

Nach meiner Veranstaltung fuhr ich heim, ging duschen, suchte etwas passendes aus meinem Kleiderschrank, Haargel leicht in den Haaren verwuscheln, von Freundinnen als gut aussehend bezeichnen lassen, die Wohnung wieder verlassen, um zum Kino zu kommen. Wir hatten uns etwas weiter weg verabredet, er kennt den Weg zum Kino nicht. Meine Freunde setzten sich etwas von mir ab, gingen weiter vor uns während wir uns bedeckt hinten hielten, in ein vollkommen unrelevantes Gespräch verwickelt waren. Beinahe beim Kino angekommen, erkundigte er sich bei mir über einen gemeinsamen Freund, ob dieser auch komme, was ich verneinte. Er wirkte enttäuscht, fragte nicht weiter nach, wir näherten uns den anderen wieder an und warteten im Kino auf eine Freundin.

Nach dem üblichen Kauf von Popcorn und Getränken gingen wir in den Saal, das Kino war recht gefüllt und wir hatten die halbstündige Werbung dankenswerterweise verpasst, so dass wir schnell unsere Plätze einnahmen, eine Freundin stieß mich so geschickt zur Seite, dass er und ich nebeneinander saßen, fernab der anderen, aber Seite an Seite.

Der Film begann. Mit jeder Szene wurde mir bewusster, dass ihm "Keinohrhasen" mehr gefiel als mir, er lachte, seine Augen glänzten durch das Licht, was von der Leinwand fiel, er schmunzelte, fand die Kinder süß, sang beim Song "Apologize" leicht mit, sah mich kein einziges Mal an. Oder besser, mir fiel kein bewusster Blick auf.

Nach dem Film. Wir verließen das Kino, ich ging die Treppe vorweg, handelte mir etwas Abstand aus zu meinen Freunden, er versuchte mir zu folgen. Über meine Lippen kamen wenig Worte. Eigentlich hatte ich keinen Grund, wieso ich nicht reden wollte, eigentlich. Er probierte es dennoch, fragte mich irgendwann auf dem Rückweg, was los sei, worauf ich nicht weiter einging, was ich verneinte, nein, da war nichts, vielleicht sollte da etwas sein, ich wollte aber in dem Moment lieber heim, wir blieben an seiner Haltestelle stehen.

Meine Freunde folgten uns, gingen über eine Ampel, verschwanden im Untergrund, wo unsere Bahn fahren sollte. Nun standen wir zwei allein nahe belebter Straßen, er sah mich erwartungsvoll an, erwartete eine Reaktion von mir, ich versuchte ihn erneut abzuwimmeln, ihm zu sagen, dass nichts sei, er glaubte mir nicht, ich wäre seit Filmende so komisch, da muss irgendwas sein.

Ab diesem Zeitpunkt kann ich unser Gespräch nicht mehr vollständig nacherzählen, wir standen fast eine Stunde an der Haltestelle, die erste Bahn von ihm fuhr ein, er machte keine Anstalten, blieb weiterhin draußen stehen mit Jacke und Schal, immer wieder ein Husten, er war bereits etwas krank. Ich sagte, ich könne ihn nicht verstehen, nicht nachvollziehen, ich weiß nicht, was ist, was war, was sein wird, entschuldigte mich dafür, dass ich ihn ins Kino mitgeschleppt habe, dass sein gedanklich erwarteter Begleiter, der oben genannte Freund, nicht dabei war.

Er gab zurück, das er im Gegensatz zu mir wohl den Film besser gefunden habe, er es nicht so schlimm fände, dass wir so ins Kino gegangen sind, dass Til Schweiger in dem Film besser als erwartet war. Es kehrte eine Stille ein, ich wollte nicht mehr draußen stehen, wollte ihm nichts sagen, wollte, dass dieser Moment endet, ich musste reagieren. Mir ging der Film zu sehr um Liebe, meine Blicke versuchten auszuweichen, er sah mich an, ich suchte Punkte in unserer Umgebung zu finden, sah in der Ferne meine Freunde und Mitbewohner zurückkehren, sie hatten wohl ihre Bahn verpasst. Er hatte es auch bemerkt, wir sprachen nicht mehr weiter, sie standen nahe der Ampel und warteten auf ein grünes Signal, die Lichter der Umgebung, der Autos, der Ampeln spiegelten sich wieder, die Ampel sprang um, sie waren nun auf der Hälfte des Weges, fragten uns, ob wir sie noch begleiten möchten auf einen Cocktail. Wir lehnten beide ab, es entstand eine unangenehme Situation, ihnen war klar, dass wir miteinander sprachen, aber sie mussten auf die andere Ampel warten, bald zeigte sie grün, sie kamen auf der anderen Seite an, verschwanden bald hinter einer Hausecke, waren ausser Sichtweite.

Hier begann ein Wendepunkt im Gespräch, er legte mir die Worte in den Mund, die ich bisher nicht fand, er bestätigte mich in meinem Denken, ich wusste nun, was ich sagen wollte, was ich sagen musste, nach seiner folgenden Aussage. Du hast tolle Freunde und Mitbewohner, sagte er. Ich sah ihn, bejahte dies. Ja, ich habe tolle Freunde und Mitbewohner gefunden, sie sind wunderbar, ich kenne sie genauso lang wie ich dich kenne, ich weiß, dass sie wunderbar sind. Und ich weiß, dass du auch wunderbar bist, neben deiner Intelligenz noch lieb und nett bist, süß aussiehst, nur verstehe ich dich nicht, ich weiß nicht, was du denkst, ich weiß nicht, was du willst, ich habe dich, vielleicht erinnerst du dich noch daran, fünfmal auf deine Wange geküsst am letzten Abend, ich war ehrlich zu dir, ich habe dir gesagt, was ich denke und fühle, mehr nicht. Am nächsten Morgen, als ich durch deine SMS, ich möchte nicht, dass sich das weiterentwickelt, geweckt wurde, es war um 10:05 Uhr, ich konnte es nicht verstehen, ich wurde geweckt, weil mein Handy wie immer neben mir auf dem Bett lag, ich wurde durch seine Worte wach, ich war wach. All das, was wir den Abend vorher besprochen hatten, es war dahin, vielleicht habe ich es nur falsch verstanden, ich weiß es nicht. In ihm sollte nur nicht der Eindruck entstehen, ich möchte ihn nur für eine Nacht, nichts weiter mit ihm zu tun haben.

Er suchte meinen Blick, ich wusste nicht, was er dazu nun sagen wird. Ja, er erinnert sich an meine Küsse, er findet meine Ehrlichkeit toll, er findet es super, dass ich so ehrlich zu ihm bin. Nur braucht er Zeit, er weiß es einfach nicht, er fühlt sich unter Druck gesetzt, soll eine Antwort geben, nur kann er nichts sagen. Ich möchte ihn nicht unter Druck setzen, keineswegs, ich möchte keine Antwort von ihm hören, nicht hier, nicht jetzt. Ich möchte ihm nur zeigen, ihm sagen, dass er mir wichtig ist, dass ich meine Aussagen ernst meine, ich bereits vor seinem Outing das über ihn dachte, er ähnliche Ziele verfolgt wie ich, das ich ihn interessant finde, er so manches vereint in sich, was ich faszinierend finde.

"Darf ich ehrlich zu dir sein?", fragte er. Ich bejahte, stimmte ihm zu, er darf ehrlich zu mir sein. Jederzeit, immer. "Ich weiß nicht, ob ich das sagen soll", sagte er. "Du musst nicht, entscheide dich, ich zwinge dich zu nichts, wenn du es möchtest, sag es mir ruhig", entgegnete ich. "Ich bin mir nicht sicher", er sah mich an. Es herrschte eine Stille, er setzte an: "Ich finde dich..." Er brach ab, mein Gehirn hat mir zurückgegeben, dass er ein "s" als nächsten Buchstaben benutzt hatte, vielleicht, ja vielleicht wollte er sagen "süß", ich weiß es nicht. Es klappte wohl nicht, ich sagte ihm, dass ich es nicht schlimm finde, es ist in Ordnung, irgendwann kannst du es mir sagen.

Er freute sich, er war froh, sagte er, dass das wir das besprochen hatten, wir also weiter abwarten werden, er wirkte sichtlich erleichtert. Dann wollte er es kurz zusammenfassen, wollte nochmal auf den Punkt bringen, dass wir alles auf uns zukommen lassen, vielleicht unsere Wege sich überkreuzen werden, ein Freund zu mein Freund wird, das alles offen ist.

Nun warteten wir in der Kälte, seine Bahn fuhr bald heran, er umarmte mich zum Abschluss, stieg ein, wünschte mir einen guten Heimweg sowie eine gute Nacht. Selbiges wünschte ich ihm auch und begab mich auf den Heimweg, wo ich vor dem Schlafen kalte Pfannkuchen aß.
26.1.08 14:01


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