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Auseinanderleben

Um sich die gegenübersitzende Person aus dem Kopf zu schlagen, bedarf es nur einer Sache: Hass. Man redet ihn sich schlecht, findet Gewohnheiten am gegenüber, die einen endlos stören, mag den Tonfall am Ende des Satzes nicht mehr, die endlose Freude gegenüber allen und jedweder willkürlichen Person will nicht mehr im eigenen Kopf begreifbar erscheinen.

Ihr merkt richtig, er hatte kein Interesse an mir und ich habe den Kontakt bewusst zurückgefahren. Zwischendurch befand er sich in einer Beziehung, recht kurz, soweit ich das mitbekommen habe. Mit der Zeit und mit dem Hass ist er so langsam aus meinem Kopf verschwunden, eine Freundin meinte letztens als sie ein Gespräch zwischen uns mitbekam, dass ich nicht so heuchlerisch sein soll. Das bin ich nicht, ich finde des Ausgang zwischen uns schade, sehr schade sogar, aber es sollte nicht sein.

Am Freitag bin ich auf einer Party bei ihm eingeladen, ich werde wohl hingehen, um das Auseinanderleben bewiesen zu bekommen, um mir selbst sagen zu können, es wäre nichts geworden. Das ist einfacher als sich ewige Hoffnungen zu machen, es gibt auf der Welt wohl noch andere tolle, schwule Männer - ich werde berichten.
12.6.08 01:04


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Theater

Der Samstag Abend rückte näher, wir machten per SMS aus, dass wir uns direkt in der Nähe des Theaters treffen wollten. Wie geheißen, waren wir beide weit vor Vorstellungsbeginn vor Ort und schlenderten los. Er erzählte mir von seinem Freitagabend, er war mit seinem Mitbewohner in einer Bar, weit entfernt von ihrer Wohnung, ihm ging es kurz darauf nicht sonderlich gut, er wollte heim, aber sein Mitbewohner nicht. Kurzentschlossen orderte er sich ein Taxi und fuhr dann mit einer lustigen Truppe, die er beim Warten kennengelernt hatte, heim. Ihm ging es an dem Abend bedeutend besser, antwortete er auf meine erhobenen Zweifel, ob dann Theater die beste Abendplanung für ihn sei.

Zwischenzeitlich sind wir angekommen, suchten den Eingang und zahlten an der Abendkasse. Wir nahmen Platz und tranken noch etwas, er lud mich auf eine Cola ein, es war etwas komisch, da wir den Altersdurchschnitt augenscheinlich senkten, unsere Blicke kreisten immer wieder durch den Raum, der sich so langsam füllte. Bald waren genug Zuschauer gekommen, wir wurden zur Bühne geführt und durften uns setzen. Das Theater konnte beginnen.

Beim Improvisationstheater kommt es auf Spontanität an, wir als Zuschauer durften unser kreatives Geschick auch immer wieder unter Beweis stellen. Die Schauspieler holten sich in ihrer Funktion als Regisseure neben Hinweisen und Tipps, was gespielt werden soll, auch Darsteller aus dem Publikum. Ein packender Moment als nach vielen Lachern alles verdunkelt wird, ein neuer Regisseur sein Glück versuchen möchte und Freiwillige einlädt, sich zur Verfügung zu stellen. Das Publikum zögerte, keiner hob seine Hand. Der Regisseur schritt zwischen uns auf und ab, noch einmal, dann war meine Hand in der Höhe.

Er jonglierte einmal um die Menge herum, der Spot verfolgte ihn, er verfolgte den Spot, dann sind sie beide an unsere Sitze gelangt. Erst das große Hallo, einmal auf die Bühne gebeten, pure Freizügigkeit über die eigenen Informationen und dann wurde geklärt, was gemacht werden soll: Mein erster Kuss sollte nachgespielt werden.

Eine peinliche Stille traf mich, der Regisseur war drei Sätze weiter und wollte alle Einzelheiten aus mir herauskitzeln, wann, wo und mit wem, ich zögerte, zögerte aus dem Grund, dass ich mit der Wahrheit auch ein Bühnenouting anstrebte. Falls ich mich nicht mehr erinnere, solle ich einfach etwas ausdenken, war mein Wortgeber schon wieder weiter als ich. Dann hielt mich nichts mehr zurück, ich musste einmal lachen, sagte dann den Vornamen von dem Mann mit dem ich meinen ersten Kuss erlebte. Nun war das Lachen auf meiner Seite, denn der Regisseur hatte mit solch einer Wahrheit wohl nicht gerechnet und war recht erstaunt. Gut, wer von den Schauspielern könne ihn und mich am besten wiedergeben. Nach einigem hin und her spielte die Gruppe meinen ersten Kuss nach, ich konnte durch zwei Musikinstrumente Zustimmung oder Ablehnung geben, damit sich das Stück in die richtige Richtung entwickelt.

Am Ende war es zwar nicht wie in der Wirklichkeit, aber ein bisschen kam es schon hin. Nach einem großen, langen Applaus durfte ich mich setzen. Er, mein Begleiter, saß neben mir, senkte den Kopf und meinte, dass das mutig gewesen sei. Er wüsste nicht, ob er so ehrlich gewesen wäre. Das Theaterensemble ließ die Zuschauer noch über das beste Stück abstimmen, mein erster Kuss gewann beim Publikum, so dass ich am Ende nochmal auf die Bühne gebeten wurde und mit dem Regisseur ein paar Verbeugungen vor den anwesenden Leuten zu machen.

Als wir aus dem Theater kamen, gingen wir konsequent und schnell zur Haltestelle. Mit der ersten Gelegenheit fuhren wir weiter, verabschiedeten uns voneinander, er gratulierte mir nochmal zu meinem Mut und im Hintergrund sah ich so manchen Zuschauer, der fleißig am überlegen war, ob zwischen meiner Begleitung und mir ein näheres Verhältnis besteht.
1.4.08 01:34


Donnerstag Morgen

Donnerstag Morgen. Mit der U-Bahn fahre ich, einige Freunde im Schlepptau, zur Uni. Meine Stimmung war gespalten, ich hätte ihm bereits zu Beginn des Tages eine Kurznachricht geschickt, ihn ins Kino eingeladen, denn eine Freundin hatte Geburtstag und wollte gern ins Kino gehen, um PS: Ich liebe dich zu schauen. Ein gewagtes Spiel, ein Versuch mit besonderer Hürde, ich hatte sie noch morgens gefragt, ob ich es probieren solle ihn einzuladen. Sie stimmte zu, ermutigte mich, so dass ich ihm folgendes schickte: Guten Morgen, da ich nicht weiß, ob ich dich heute sehe, gleich die SMS: Wir feiern Geburtstag und gehen wieder ins Kino :-) Wenn du magst, kannst du gern mitkommen. Falls du aber wegen deiner morgigen Prüfung oder wegen des Films (vermutlich wird es: PS: Ich liebe dich) nicht möchtest, ist das auch okay ;-) Mich würde es freuen, dich außerhalb der Uni mal wieder zu sehen, liebe Grüße und einen schönen Tag Schon bevor ich in die U-Bahn gestiegen bin, hat er zurückgeschrieben, recht fix. Gespannt griff ich nach meinem Handy, mal schauen, was er geantwortet hat, schließlich habe ich ihm sogar den Film vorher verraten: Guten Morgen, würde echt gern, aber Klausur eben. So, komme auch zur Uni, bis gleich

Nun stand ich in der U-Bahn, war auf dem Weg zu langweiligen Vorlesungen und stand und stand und stand. Wir erreichten die Uni, bewegten uns zu unserem Hörsaal und tauschten uns etwas aus. Kurze Zeit später kam er hinterher, begrüßte mich und fragte mich direkt im Anschluss, ob ich nicht Interesse hätte mit ihm ins Theater zu gehen, es solle ein gutes Improvisationstheater geben, was ein paar Tage später eine Aufführung haben sollte. Kurzentschlossen sagte ich überrascht aber freudig zu, unsere Wege trennten sich und wir sprachen bis zum Samstag kein Wort mehr miteinander.

Ich weiß, ich befinde mich im zeitlichen Rückstand, sehr stark sogar, aber meine Auslatung in der Universität erlaubt mir derzeit nur wenige Gedanken im Blog zu veröffentlichen. Rein zwischenmenschlich hat sich in den vergangenen Tagen so viel abgespielt, das selbst eine rein oberflächliche Zusammenfassung erheblich viel Zeit einnimmt, aber ich schreibe sie, versprochen.
23.2.08 22:45


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